Namenskonvention für ein Warenwirtschaftssystem

Eine Namenskonvention für ein Warenwirtschaftssystem (WWS) kann sehr strukturiert und klar definiert werden, wenn man ein paar Regeln aus den vorherigen Artikel befolgt und langfristig ein Projekt für ein Warenwirtschaftssystem erstellen möchte.

„Ist eine Namenskonvention für ein Warenwirtschaftssystem (WWS) sinnvoll?“

„Ja, definitiv!“ Ein Warenwirtschaftssystem ist ein gutes Beispiel, wie man ein sauberes Framework für seine eigene Namenskonvention aufbauen kann.

Ein Warenwirtschaftssystem hat immer die gleichen Datenbankobjekte, wie zum Beispiel Werke und Firmen, Artikel und Artikelpositionen, Angebot und Angebotspositionen, Rechnungen und Rechnungspositionen sowie Lieferscheine und Lieferscheinpositionen.

Die Prozessabläufe in einem  Warenwirtschaftssystem sind im Einkauf, Produktion und Verkauf immer die gleichen, egal was gekauft, produziert oder verkauft wird.

Beispiel für eine Namenskonvention eines Warenwirtschaftssystems

In den folgenden Absätzen stellen wir ein Beispiel für eine mögliche Namenskonvention eines Warenwirtschaftssystems (WWS) vor. Viele Warenwirtschaftssysteme bringen einige Grundelemente mit, die hier näher erläutert werden:

Nameskonvention für ein Warenwirtschaftssystem (WWS) | Namenskonventionen für eine Datenbank

Systemtabellen für ein Warenwirtschaftssystem

Systemtabellen in einem Warenwirtschaftssystem dienen dazu bestimmte Objekte, die nicht zu den Prozessabläufen, wie z.B. dem Einkauf, Produktion und Verkauf, gehören, separat zu speichern. Sie bilden die Grundlage für die Erstellung des Hauptwerks, deren Bankinformationen und Logindaten für deren Werksangestellten ab.

Tabelle für ein Werk – _WERK

Eine wichtige Tabelle in einem Warenwirtschaftssystem ist die Tabelle „_WERK“. Sie enthält Informationen über die eigene Firma bzw. das Werk.

Das Werk wird durch den Primärschlüssel (WERNR), die Werksbezeichnung (WERUSER) und dem Flag (HAUPT), ob es sich um das Hauptwerk handelt, definiert. Des Weiteren gibt es für das Werk Versand- und Lieferanschriften:

  • Attribute für eine Versandanschrift: FIRMA1V, FIRMA2V, STRASSEV, PLZV, ORTV, LANDV
  • Attribute für eine Lieferanschrift: FIRMA1L, FIRMA2L, STRASSEL, PLZL, ORTL, LANDL

Des Weiteren gibt es noch weitere wichtige Attribute, wie Telefonnummer (TELEFON), Faxnummer (FAX), E-Mail Adresse (EMAIL), Website (WWW), Steuernummer (STEUERNR) und der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USTID), die zu definieren sind.

Tabelle Bank- und Kontoinformation für ein Werk – _WERK_BAN

Damit einem Werk Bank- und Kontoinformationen zugeordnet werden können, muss vorab eine Tabelle „_WERK_BAN“ angelegt werden. Die Bankinformationen werden durch den Primärschlüssel (BANNR) definiert. Ein Verweis als Fremdschlüssel zur Tabelle „_WERK“ wird durch den Werksschlüssel (WERNR) definiert.

Des Weiteren werden Bank- und Kontoinformationen in den folgenden Attributen IBAN, BIC, BANK, SWIFT, BEM hinterlegt.

Tabelle Benutzer für ein Werk – _USER

Eine weitere Systemtabelle für ein Warenwirtschaftssystem ist die Tabelle „_USER“. Sie enthält alle Informationen über einen Benutzer des Warenwirtschaftssystems, der sich gegenüber dem WWS authentifizieren muss.

Der Benutzer wird durch den Primärschlüssel (LOGIN) definiert. Die Zuordnung des Benutzers zum Werk wird über den Fremdschlüssel (WERNR) gewährleistet.  Des Weiteren können Attribute, wie Namen (NAME), persönliches Zeichen (ZEICHEN), Notizen (NOTIZEX), Kontaktinformationen (TELEFON, EMAIL), ein Bild (BILD) und seine Abteilung (ABTEILUNG), definiert werden.

Datenbanktabellen für eine Firma

In den folgenden Absätzen stellen wir einige Grundelemente für Entitäten vor, die eine Firma in einem relationalen Datenbankmodell darstellen können.

Tabelle für eine Firma – FIRMA

Eine wichtige Tabelle in einem Warenwirtschaftssystem ist die Tabelle „FIRMA“. Sie enthält Informationen über Kunden und Lieferanten, die als Datensatz in der Datenbank hinterlegt werden können.

Die Firma wird durch den Primärschlüssel (FIRNR) definiert. Den Namen einer Firma wird in der Firmenbezeichnung (FIRUSER) hinterlegt.

Des Weiteren können Attribute, wie der Firmentyp (FIRTYP), Kundennummer (FIRKUNNR), Lieferantenummer (FIRLIENR) oder Speditionsnummer (FIRSPENR) und Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USTID), hinterlegt werden.

Tabelle Adresse für eine Firma – FIR_ADR

Eine weitere Tabelle für Kunden- und Lieferanschriften ist die Tabelle für Adressen „FIR_ADR“.

Die Adresse wird durch den Primärschlüssel (ADRNR) definiert. Ein Verweis als Fremdschlüssel zur Tabelle „FIRMA“ wird durch den Firmenschlüssel (FIRNR) definiert. Die Bezeichnung für eine Adresse wird in der Adressbezeichnung (ADRUSER) hinterlegt.

Des Weiteren könnten Attribute, wie der Adressentyp (ADRTYP), die Straße (STRASSE), Postleitzahl (PLZ), Ort (ORT) und Land (LAND), definiert werden. Neben einer Bemerkung (BEM) kann auch eine Wegbeschreibung (WEG) im Datensatz hinterlegt werden

Tabelle Bank- und Kontoinformation für eine Firma – FIR_BAN

Damit einer Firma Bank- und Kontoinformationen zugeordnet werden können, muss vorab eine Tabelle „FIR_BAN“ angelegt werden.

Die Bankinformationen werden durch den Primärschlüssel (BANNR) definiert. Ein Verweis als Fremdschlüssel zur Tabelle „FIRMA“ wird durch den Firmenschlüssel (FIRNR) definiert.

Des Weiteren werden Bank- und Kontoinformationen in den folgenden Attributen IBAN, BIC, BANK, SWIFT, BEM definiert.

Tabelle Abteilung für eine Firma – FIR_ABT

Jede Firma besitzt eine Anzahl von Abteilungen, die in einer Firma hinterlegt werden müssen.

Die Abteilung einer Firma wird durch den Primärschlüssel (ABTNR) definiert. Den Namen einer Firma wird in der Firmenbezeichnung (FIRUSER) hinterlegt. Ein Verweis als Fremdschlüssel zur Tabelle „FIRMA“ wird durch den Firmenschlüssel (FIRNR) definiert.

Die Bezeichnung für eine Abteilung wird in der Abteilungsbezeichnung (ABTUSER) hinterlegt.

Tabelle Personal für eine Firma – FIR_PER

Jede Firma besitzt eine Anzahl von Mitarbeitern, die in einer Firma als Datensatz angelegt werden müssen.

Der Mitarbeiter wird durch den Personalschlüssel (PERNR) und einen Verweis als Fremdschlüssel zur Tabelle „FIRMA“ durch den Firmenschlüssel (FIRNR) definiert. Des Weiteren können Verweise als Fremdschlüssel zur Tabelle _WERK“ durch den Werksschlüssel (WERNR) und zur Tabelle „FIR_ABT“ durch den Abteilungsschlüssel (ABTNR) hinterlegt werden.

Neben der Personalbezeichnung (PERUSER) kann festgelegt werden, ob der Mitarbeiter noch aktiv im Unternehmen tätig ist (AKTIV), welchen Titel er besitzt und welchem Geschlecht (GENUS) er angehört.

Des Weiteren können Attribute, wie Vorname (VORNAME), Nachname (NAME), Straße (STRASSE), Postleitzahl (PLZ), Ort (ORT) und das Land (LAND), angegeben werden.

Für die Kontaktaufnahmen werden Attribute, wie Telefon (TELEFON), Fax (FAX), Mobiltelefon (MOBIL) oder die E-Mail Adresse (EMAIL), vorgehalten.

Als abschließende Informationen können noch eine Bemerkung (BEM), das Geburtsdatum (GEBDATUM) oder das Eintritts- bzw. Austrittsdatum (EINTRITT/AUSTRITT) hinterlegt werden.

Datenbanktabellen für einen Artikel

In den folgenden Absätzen stellen wir einige Grundelemente für Entitäten vor, die einen Artikel in einem relationalen Datenbankmodell darstellen können.

Tabelle für Artikel – ARTIKEL

Jede Firma besitzt eine Anzahl von Artikeln oder Dienstleistungen, die in einer Firma hinterlegt werden müssen.

Der Artikel wird durch den Primärschlüssel (ARTNR) definiert. Den Namen eines Artikels wird in der Artikelbezeichnung (ARTUSER) hinterlegt.

Neben der Artikelbezeichnung kann es eine Vielzahl von Attributen geben, die einen Artikel beschreiben. Oft bestimmt ein Flag (OBJTYP), worum es sich bei dem Artikel handelt. Des Weiteren kann festgehalten, ob der Artikel noch aktiv (AKTIV) zum Sortiment gehört oder nicht.

Weitere wichtige Merkmale sind zum Beispiel die Länge (LAENGE), Höhe (HOEHE), Breite (BREITE) oder die Menge (MENGE) und der Wert (WERT), die einen Artikel sehr gut beschreiben.

Der Artikelpreis wird im Attribut Preis (PREIS) hinterlegt.

Datenbanktabellen für eine Rechnung

In den folgenden Absätzen stellen wir einige Grundelemente für Entitäten vor, die eine Rechnung in einem relationalen Datenbankmodell darstellen können.

Tabelle für Rechnung – RECHNUNG

Jede Firma besitzt eine Anzahl von Rechnungen für Artikel oder Dienstleistungen, die in einer Firma hinterlegt werden müssen.

Die Rechnung wird durch den Primärschlüssel (RENR) definiert. Ein Verweis als Fremdschlüssel zur Tabelle „FIRMA“ wird durch den Firmenschlüssel (FIRNR) definiert.

Den Namen einer Rechnung wird in der Rechnungsbezeichnung (REUSER) hinterlegt.

Tabelle Rechnungsposition für eine Rechnung – RECH_POSX

Jede Rechnung besitzt eine Anzahl von Rechnungspositionen, die in einer Rechnung hinterlegt werden müssen.

Die Rechnungsposition einer Rechnung wird durch den Primärschlüssel (REPOSXNR) definiert. Die Bezeichnung einer Rechnungsposition wird in der Rechnungspositionsbezeichnung (REPOSXUSER) hinterlegt. Ein Verweis als Fremdschlüssel zur Tabelle „RECHNUNG“ wird durch den Rechnungsschlüssel (RENR) definiert.

Des Weiteren muss noch ein Verweis als Fremdschlüssel zur Tabelle „ARTIKEL“ durch den Artikelschlüssel (ARTNR) definiert werden, damit eine genaue Zuordnung zwischen den Tabellen „RECHNUNG“ und „ARTIKEL“ stattfinden kann.

Am Ende wird noch die Menge (MENGE) hinterlegt.

Weiterführende Artikel

  • Namenskonvention für Microsoft Access
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Autor: Markus
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