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SWOT-Analyse

Die SWOT-Analyse versucht anhand der Stärken (Strengths), Schwächen (Weaknesses), Chancen (Opportunities) und Risiken/Bedrohungen (Threats) im Unternehmen und in dessen Umfeld strategische Vorgehensweisen abzuleiten.

Die SWOT-Analyse hat einen militärischen Ursprung, wird in vielen Kampfsportarten praktiziert und wurde in den 1960er-Jahren an der Harvard Business School zur Anwendung in Unternehmen entwickelt.

Die Chancen werden als Möglichkeiten angesehen, um neue oder verbesserte Produkte und Dienstleistungen vorhandene oder neue Kunden zu gewinnen bzw. Stammkunden zu halten. Diese Chancen können durch Angebote von Wettbewerbern oder durch technologische und wirtschaftspolitische Veränderungen gefährdet sein.

Sobald die Risiken aus Sicht der Entscheidungsträger zu groß werden, sind geeignete Maßnahmen einzuleiten. Die Auswahl der Methoden richtet sich nach der Einschätzung der eigenen Stärken und Schwächen im Vergleich zum Wettbewerb durch die Entscheidungsträger.

SWOT-Analyse – Aufbau und Funktion

Die SWOT-Analyse unterteilt den strategischen Planungsprozess in vier Bestandteile. Eine ausführliche Definition der Ziele dient der Eingrenzung auf einen spezifischen Bereich. Die Unternehmensanalyse beschäftigt sich mit den verschiedenen Stärken und Schwächen des untersuchten Unternehmens, während sich Umweltanalyse mit externen Faktoren befasst. Letztere werden in Chancen und Risiken aufgeteilt. Gefundene Punkte werden priorisiert und entsprechend deren Relevanz geordnet.

Aus den Ergebnissen der SWOT-Analyse werden Strategien abgeleitet. Dabei werden die Ergebnisse in vier Arten unterschieden:

  • SO-Strategien verbinden interne Stärken mit externen Chancen, um von Letzteren zu profitieren.
  • ST-Strategien verwenden vorhandene Stärken zur Vermeidung existierender Risiken der Unternehmensumwelt.
  • WO-Strategien beschreiben, wie Chancen durch die Eliminierung von Schwächen genutzt werden.
  • WT-Strategien stellen dar, welche Schwächen zu beseitigen sind, um Risiken zu vermeiden.

Klare Trennung der SWOT-Analyse Strategien

Die Abgrenzung der internen Analyse von der Externen ist von großer Bedeutung, die Vermischung ein häufiger Fehler. Beispiel: Die Unique Selling Proposition wird häufig als Stärke wahrgenommen, ist jedoch den Chancen zuzuordnen. Sie stellt eine Möglichkeit der Abgrenzung von Konkurrenten dar. Eine klassische Stärke ist eine effiziente und kostengünstige IT-Infrastruktur.

SWOT-Analyse – Vorteile und Nachteile der SWOT-Analyse

Die SWOT-Analyse liefert einen schnellen und kompakten Überblick bezüglich des aktuellen strategischen Zustandes eines Unternehmens. Darüber hinaus werden sinnvolle Vorgehensweisen ermittelt, um Probleme einer Firma effektiv zu beseitigen.

Allerdings ist die Auswahl der relevanten Faktoren subjektiv und somit fehlerbehaftet. Darüber hinaus sind die Wechselwirkungen und der Zusammenhang zwischen verschiedenen Faktoren nicht zwangsläufig offensichtlich, was die Strategiefindung teils schwer gestaltet.

SWOT-Analyse – Beispiel aus der Welt der Datenbankentwicklung

Die Anbieter eines Zahlungsdienstes haben das Ziel, ihre Nutzerbasis zu erweitern. Sie stellen bei der Analyse des eigenen Unternehmens fest, dass ihr Verfahren zwar sicher, aber umständlich in der Nutzung ist und sie keine Experten für GUI-Design und HCI besitzen. Die Überprüfung der Umwelt ergibt, dass der Anbieter seine Leistungen günstiger als die Konkurrenz anbieten kann, aber deren Marktpräsenz schwer zu durchdringen ist.

  • SO-Strategie: Deutliche Vermarktung niedriger Preise kombiniert mit hoher Sicherheit.
  • ST-Strategie: Vermarktung mit prägnanten Vergleichen mit Bezug zur Konkurrenz anreichern.
  • WO-Strategie: GUI- und HCI-Experten anstellen, um Kunden von der preisgünstigen Alternative zu überzeugen.
  • WT-Strategie: GUI- und HCI-Experten schnellstmöglich finden, um nicht in die Bedeutungslosigkeit zu geraten.

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Autor: Thomas
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