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Supply Chain Operations Reference-Modell

Das Supply Chain Operations Reference-Modell (SCOR-Modell) bietet ein Prozess-Referenzmodell für das Supply Chain Management und wurde vom Supply Chain Council entwickelt.

Die Hauptbestandteile des SCOR-Modells sind in drei wichtigen Merkmalen unterteilt: Prozesstypen, Prozesskategorien und Basisprozesse, die im weiteren Verlauf näher beschrieben werden.

Das SCOR-Modell schafft einen Rahmen, um Geschäftsprozesse eines Unternehmens zu ordnen, SCOR-Prozessen zuzuweisen und geeignete Unternehmenskennzahlen aufgrund der Vorlagen zu entwickeln.

Supply Chain Operations Reference-Modell Aufbau & Struktur

Das SCOR-Modell enthält verschiedene Prozesse, die über vier hierarchische Ebenen zusammengefasst werden. Auf der obersten Ebene des SCOR-Modells finden sich die Prozesstypen. Diese sind in Prozesskategorien unterteilt. Die Prozesskategorien lassen sich nach dem SCOR-Modell in Prozesselemente untergliedern, die wiederum in Praktiken (practices) unterteilt werden. Die einzelnen Praktiken sind nicht mehr Bestandteil des SCOR-Modells, sie werden von der jeweiligen eigenständigen Organisation festgelegt.

Das SCOR-Modell besteht aus den fünf Basisprozessen: Planung (P, plan), Beschaffung (S, source), Herstellung (M, make), Lieferung (D, deliver) und Rückgabe (R, return), sowie Kennzahlendefinitionen und Best Practices. Die fünf Basisprozesse lassen sich nach den Prozesstypen der Planung (planning), der Ausführung (execution) und der Ermöglichung (enable) weiter in Prozesskategorien untergliedern.

Kennzahlen im SCORE-Modell

Die Kennzahlen im SCOR-Modell sind in Abhängigkeit von der Prozessebene definiert. Die Kennzahlen sind der internen Sicht (internalfacing) oder der Kundensicht (customer-facing) zugeordnet. Die interne Sicht unterscheidet Kosten (cost) und Kapital (assets). Die Kundensicht unterscheidet die Aspekte der Zuverlässigkeit (reliability), Reaktionsfähigkeit (responsiveness) und Flexibilität (flexibility).

SCOR-Modell Vorteile und Nachteile

Das SCOR-Modell bietet einen Rahmen, um Geschäftsprozesse einer Organisation zu ordnen, SCOR-Prozessen zuzuweisen und geeignete Kennzahlen aufgrund der Vorlagen zu entwickeln.

Damit der Erfolg des SCOR-Modells messbar und damit vergleichbar wird, sind verschiedene, spezielle Metriken definiert. Eine wesentliche Messgröße ist die Cash-to-cash-cycle-time. Diese Messgröße beschreibt den Zeitraum, wie lange das Kapital vom Materialkauf bis zur Bezahlung durch den Kunden gebunden ist.

Es bleiben jedoch einige Kritikpunkte am SCORE-Modell bestehen. Die Abteilungsbereiche Vertrieb, Marketing, Forschung, Technologieentwicklung, Produktentwicklung und einige Elemente der Kundenbetreuung nach der Auslieferung des Produkts werden im SCOR-Modell nicht berücksichtigt, was eine gewisse Intransparenz schafft.

Des Weiteren bezieht sich das SCOR-Modell nur auf die Prozesse und Materialströme, nicht auf die Informations- und Finanzströme. Eine Modellierung dieser Ströme könnte die Transparenz erhöhen und komplexe Kennzahlendefinitionen vereinfachen. Insbesondere bei globalen Projekten sind die Finanzströme ein elementares Entscheidungskriterium für strategische, taktische und operative Unternehmensentscheidungen.

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Autor: Thomas
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