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SAP HANA

SAP HANA wurde erstmals im Jahr 2010 vorgestellt und ist seitdem am Markt verfügbar. Die Abkürzung HANA stand ursprünglich für High Performance Analytic Appliance.

Damals als reine Appliance entworfen, handelt es sich heute um eine Datenbank, die über die In-Memory-Technologie verfügt. Dadurch ist SAP HANA für das Big Data Umfeld geeignet. Es werden sämtliche Daten im Arbeitsspeicher vorgehalten, die Datenbank ist damit zu extrem leistungsfähigen Analysen und Berechnungen imstande.

Das SAP Business Warehouse setzt mit Reporting und Analyse direkt auf die Datenbank auf. 2012 brachte SAP das erste SAP HANA optimierte Produkt auf den Markt, sein Name lautet SAP BW powered by SAP HANA.

SAP HANA – Aufbau und Struktur der In-Memory-Datenbank

Die Daten können (wahlweise) in einer relationalen Datenbank vorliegen, werden aber zur Verarbeitung komplett im Arbeitsspeicher vorgehalten (In-Memory-Technologie) und hier spaltenweise bearbeitet. Datenanfragen erfolgen auf den Speicher, Analysen werden ebenfalls aus diesem generiert.

Wenn Daten verändert werden und geschrieben werden müssen, geschieht dies zunächst spaltenbasiert im Arbeitsspeicher. Diese Daten werden erst später zeilenorientiert in der Datenbank abgelegt. Um die im Arbeitsspeicher befindlichen Daten zu sichern, werden in regelmäßigen Abständen Storage Snapshots erstellt. Dies ist die schnellste Variante, um die Daten zu sichern und im Bedarfsfall wiederherzustellen.

Vergleich von relationalen Datenbanken zu SAP HANA

Streng genommen kann nicht behauptet werden, SAP HANA habe nichts mit einer relationalen Datenbank zu tun. Vielmehr ist es so, dass sie einen Hybriden aus der spaltenorientierten Arbeitsweise der In-Memory-Datenbanken und den zeilenorientierten relationalen Datenbanken darstellt.

Dadurch ergibt sich ganz natürlich ihr Unterschied zu reinen relationalen Datenbanken. Das zugrundeliegende Design basiert auf der In-Memory-Technologie. Dies bedeutet, dass die Daten vollständig im Arbeitsspeicher gehalten werden. Dadurch sind Zugriff und Datenverarbeitung extrem schnell. Relationale Datenbanken müssen die Daten bei der Suche immer erst von der Festplatte in den Speicher kopieren und sind dadurch langsamer.

Dieser Nachteil wird durch die Verwendung der In-Memory-Technologie ausgeschlossen. Die Arbeitsweise der zeilenorientierten relationalen Datenbanken wird von SAP HANA beim Schreiben von Datensätzen genutzt, da schreibende Zugriffe im relationalen Umfeld wiederum schneller möglich sind.

SAP HANA im Überblick – Vorteile und Nachteile von SAP HANA

Sowohl die Vorteile als auch die Nachteile von SAP HANA werden hier in einer kurzen Übersicht zusammengefasst.

Vorteile von SAP HANA

  • Schneller lesender Zugriff durch In-Memory-Technologie
  • Schneller schreibender Zugriff durch Zeilenorientierung
  • Geeignet für Big Data Lösungen
  • Möglichkeit zur Nutzung komplexer Algorithmen, auch geeignet für Vorhersagemodelle
  • SAP HANA ist SQL-kompatibel und kann auch von NON-SAP-Anwendungen genutzt werden
  • Bringt eine eigene Entwicklungsumgebung mit

Nachteile von SAP HANA

  • Bei einem Systemausfall gehen die Daten des Arbeitsspeichers verloren und sind ggf. zu diesem Zeitpunkt noch nicht gesichert worden
  • Es wird vergleichsweise teure Hardware benötigt

Abschließend ist festzuhalten, dass SAP HANA neue Maßstäbe in der Datenbankwelt gesetzt hat, da zum ersten Mal konsequent der Einbau einer festen In-Memory-Technologie verfolgt worden ist.

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Autor: Markus
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