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Metadatenmanagement

Metadatenmanagement bezeichnet die strukturierte und geordnete Datenhaltung von Metadaten. Mit einem etablierten Metadatenmanagement wird in kürzester Zeit die richtige Quelle für benötigte Daten ermittelt.

Sämtliche Kennzahlen und für bestimmte Geschäftsprozesse notwendige Informationen sind im Rahmen des Metadatenmanagements kategorisiert abgelegt.

Dazu gehören auch Verweise auf Quelldatenbanken, Ansprechpartner, Dokumente und deren Ablageorte und zugehörige Informationen in anderen Systemen. Ein gutes Metadatenmanagement ist Grundlage für Business Intelligence Anwendungen.

Damit dient das Metadatenmanagement in der Hauptsache der Analyse von Daten und Datenbeziehungen. Es kann zur Suche, aber auch zur Auswertung und Optimierung von Prozessen genutzt werden.

Was sind Metadaten in einem Metadatenmanagement?

Metadaten bestehen aus einzelnen Daten, die in Verbindung zueinander gesetzt werden. Beispielsweise betrug der Jahresumsatz für das Produkt XY 100.000 Euro. Die Zahl 100.000, das aktuelle Jahr und das Produkt XY sind jeweils einzelne Daten. Erst durch die Verbindung aller drei Informationen ergibt sich ein Kontext. Diese miteinander in Beziehung stehenden Daten nennen sich Metadaten.

Metadaten können immens komplexe Gebilde darstellen. So kann das Produkt XY mit beschreibenden Daten versehen sein. Das aktuelle Geschäftsjahr, die Verkaufszahl des Produktes und dessen Umsatz kann in Beziehung zu anderen Produkten und deren Eigenschaften gesetzt werden.

Auch die Verschlagwortung, dass sogenannte Tagging, von Internetseiten oder Online-Katalogen basiert auf Metadaten. Dabei werden Suchbegriffe, sogenannte Schlagworte, in Verbindung zu Internetseiten, Katalogseiten, Produkten oder Lexikaeinträgen gesetzt.

In Beziehung mit Personen und Endgeräten können die Suchbegriffe nach der Häufigkeit der Suche aufgelistet werden. Zudem kann ermittelt werden, welche Personengruppen die Suchbegriffe am Häufigsten gesucht haben, oder zu welchen Zeiten bestimmte Suchbegriffe am Häufigsten gesucht wurden.

Anwendungsbereiche von Metadaten

Metadaten finden bei der Verschlagwortung von Suchmaschinen und Katalogsystemen Anwendung. Darüber hinaus dienen sie zur Analyse von Kundenanforderungen, deren Kaufverhalten und deren Bewegungsprofilen. Mit Hilfe von Metadaten können Informationen, Produkte, Gegenstände oder auch Menschen gefunden werden.

In Beziehung stehende Daten bilden die Grundlage für die Analyse und Auswertung spezifischer Fragestellungen. Während eine reine Datensammlung zu einer Person die betreffende Person lediglich beschreibt, bietet eine Metadatensammlung ein zeitliches und räumliches Bild dieser Person.

Die betreffende Person kann auf diese Weise mit anderen Personen, Orten und Zeiten in Verbindung gebracht werden. Die zugeordneten, beschreibenden Personendaten (Aussehen, Alter, Vorlieben, Mitgliedschaften, usw.) sorgen für ein plastisches Personenbild.

Metadatenmanagement-System Beispiel

Ein umfassendes Beispiel eines Metadatenmanagement-Systems bietet eine Polizei-Datenbank zur Auffindung von Straftätern. Wurde ein Verbrechen verübt, werden sämtliche zugrunde liegenden Anhaltspunkte über den noch unbekannten Täter ermittelt.

Beispielsweise liegt durch Zeugenaussagen eine Personenbeschreibung vor. Haar- und Augenfarbe, etwaiges Alter, Geschlecht, Größe und Statur, sowie besondere Merkmale werden in das Metadatenmanagement-System eingegeben. Durch diese Daten schränkt sich der Personenkreis bereits ein. Verschlagwortete Aufnahmen durch Überwachungskameras erzeugen zu diesen Kenndaten passende Metadaten.

Daraus können mögliche Bewegungsprofile erstellt werden. Der Bewegungsradius wird eingegrenzt. Passende Personen werden durch die Suche in anderen Datenbanken (Bürger-Büros, Führerscheinstelle, usw.) zugeordnet. Im Idealfall kann ein Verbrechen anhand von Metadaten komplett rekonstruiert werden.

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Autor: Markus
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