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Java Database Connectivity

Die Java Database Connectivity (kurz JDBC) ist eine Datenbankschnittstelle für die Java Plattform. Sie wurde ursprünglich von der Firma Sun Microsystems entwickelt, welche 2010 von Oracle übernommen wurde.

Die Java Database Connectivity ist vereinheitlicht und bietet speziell den Zugriff auf relationale Datenbanken.

Die Funktionsweise von JDBC ist vergleichbar mit der Datenbankschnittstelle ODBC (Open Database Connectivity) für Windows. Die Java Database Connectivity erzeugt Verbindungen zu bestehenden Datenbanken, hält diese und leitet Abfragen und Ergebnisse entsprechend zwischen der Anwendung und der Datenbank weiter.

Für jeden Datenbanktyp sind eigene, spezielle Treiber notwendig. In der Regel werden diese Treiber von den Herstellern der Datenbanken zum Download angeboten. JDBC gehört seit JDK 1.1 zur Java Standard Edition. Die JDBC Klassen sind Teil der Java Packages java.sql und javax.sql.

Wie funktioniert die Java Database Connectivity?

Die Java Database Connectivity erzeugt Verbindungen zu relationalen Datenbanken, hält diese und leitet Abfragen und Ergebnisse entsprechend zwischen der Anwendung und der Datenbank weiter. Es existieren vier Treiber-Typen für die Java Database Connectivity.

Typ-1-Treiber

Dieser Treiber nutzt ausschließlich einen JDBC-ODBC-Bridge-Treiber zur Kommunikation. Dadurch ist der Treiber von der Installation eines ODBC-Treibers abhängig. Die JDBC-ODBC-Bridge wandelt alle JDBC-Anfragen in ODBC-Anfragen um. Dieser Treiber wird immer dann verwendet, wenn die genutzte Datenbank zwar einen ODBC-Treiber zur Verfügung stellt, aber keinen eigenen JDBC-Treiber. Mit Java 9 wird die Unterstützung dieses Treibers allerdings eingestellt. Daher sollten für Java-Entwicklungen nur noch Datenbanken verwendet werden, die einen JDBC-Treiber bieten können.

Typ-2-Treiber

Dieser nutzt zur Kommunikation eine plattformspezifische Programmbibliothek, welche auf dem Client liegt, der sich auf dem Datenbankserver befindet. Dies bedeutet, dass dieser Treiber zwingend eine Programmbibliothek benötigt.

Typ-3-Treiber

Mit dem Typ-3-Treiber werden alle JDBC-Api-Befehle in DBMS-Befehle übersetzt. Über einen Middleware-Treiber werden diese Übersetzungen dann an den Anwendungsserver übertragen. Erst dieser Server wandelt die Befehle um und leitet sie entsprechend weiter. Dadurch benötigt der Treiber vom Typ 3 keine Programmbibliothek. Diese Datenbanktreiber sind hervorragend für Internet-Protokolle im Hinblick auf Firewalls geeignet, da sie nichts über den verwendeten Datenbankserver wissen müssen.

Typ-4-Treiber

Dieser Treiber übersetzt die JDBC-API-Befehle direkt in DBMS-Befehle und überträgt diese sofort. Ein Middleware-Treiber ist nicht erforderlich. Dadurch ist der Treiber vom Typ 4 schneller als der vom Typ 3. Allerdings ist er auch unflexibler. Treiber des Typs 4 eigenen sich besonders für Intranetanwendungen, vor allem dann, wenn das Augenmerk auf schnellen Netzprotokollen liegt.

Vorteile durch die Java Database Connectivity

Wesentliche Vorteile durch JDBC sind die Plattformunabhängigkeit, die einfache Programmierung und der geringe Aufwand der Übernahme von Programmen auf andere Datenbanksysteme. Je nach Treibertyp ergeben sich unterschiedliche Vorteile.

Während der Typ 4 über den Vorteil der Geschwindigkeit verfügt, hat der Typ 3 keinerlei Probleme mit Firewalls im Bereich der Internetanwendungen. Anwendungen in lokalen Systemen können Vorteile aus der Programmbibliothek ziehen (Typ 2).

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Autor: Kristina
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